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Die Pflegebedürftigkeit wird neu definiert: Menschen mit geistigen und psychischen Problemen werden stärker berücksichtigt

Seit dem ersten Januar 2017 gilt ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff: Personen mit geistigen und psychischen Problemen werden nun stärker berücksichtigt als bisher. An die Stelle der alten Pflegestufen werden seit diesem Jahr Pflegegrade verwendet. Eine Hand voll Beispiele sollen aufzeigen, wer davon profitiert und wer in Zukunft damit schlechter weg kommt:

Beispiel 1:

Hat der Patient Pflegestufe 2, also 458 Euro Pflegegeld und keine Demenzerkrankung wird er seit dem ersten Januar in Pflegegrad 3 eingestuft und bekommt nun 545 Euro Pflegegeld pro Monat.

Beispiel 2:

Ein Bedürftiger hat derzeit Pflegestufe 1 mit eingeschränkten Alltagskompetenzen: er bekommt ab 01.01.2017 den Pflegegrad 3 zugewiesen, d.h. monatlich 545 Euro Pflegegeld. Dies wird automatisch umgestellt. Die Pflegekasse wird ihn darüber informieren.

Beispiel 3:

Ein Pflegebedürftiger hat Pflegestufe 2. Er wohnt alleine, kann das aber nicht mehr lange bewältigen. Entscheidet er sich jetzt erst für den Umzug in ein Heim sinkt der Zuschuss von 1330 Euro auf 1262 Euro.

 

Beispiel 4:

Die Entlastungsleistungen für die Alltagsunterstützung von derzeit 100 Euro erhöhten sich ab 01.01.2017 auf 125 Euro pro Monat.

Beispiel 5:

Ist eine Rundumpflege bei Demenz nötig und das Krankheitsbild hat sich verschlechtert, empfiehlt es sich jetzt eine neue Begutachtung anzustreben. Ein höherer Pflegegrad ist möglich.

 

Beispiel 6:

Die Ehefrau ist pflegebedürftig und der Mann ist in Pflegestufe 1. Er wurde am 01.01.2017 automatisch in Pflegegrad 2 umgestuft. Die Unterstützung steigt pro Monat von 244 Euro auf 316 Euro.

 

Definition der Pflegegrade:

  • PG 1 – geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
  • PG 2 – erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
  • PG 3 – schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
  • PG 4 – schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
  • PG 5 – schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

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